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OstaraAkademie junger Frauen

Über uns

Selbstverständnis

Ostara ist eine selbstorganisierte Bildungsinitiative von jungen Frauen für junge Frauen.

Warum eine Akademie?

Akademien sind Orte des Lernens, sich selbst Kennenlernens, Hinterfragens, des sich auf die Suche Begebens, der Erkenntnis und damit der Gestaltung des Lebens. Bildung ist ein essenzieller Teil einer demokratischen Gesellschaft. Patriarchales Denken prägt seit jeher die Bildung Jugendlicher, da sie die Gruppe sind, welche die Zukunft maßgeblich gestalten. Das patriarchale Sprichwort „Wissen ist Macht“ beschreibt die Instrumentalisierung der Wissenschaft in der heutigen Zeit.

Die Bewahrung und Verteidigung freier Bildung ist von grundlegender Bedeutung für eine freie Gesellschaft. Wissen verstehen wir als die Vielfalt soziokultureller, politischer und historischer Erfahrungen. Anstelle eines Instruments der Herrschaft sollte Wissen - mit Werten und Ethik verbunden - dazu dienen, ein freiheitliches, ökologisches und demokratisches Zusammenleben aufzubauen. Wissen sollte als die Kunst der Problemlösung und der Politik des alltäglichen Lebens verstanden werden.

Paolo Freire mit seinem Verständnis: „Befreiung ist eine Praxis: Aktion und Reflexion über die Welt, um sie zu transformieren.“ oder Maria Mies, die feststellte; „Frieden im Patriarchat ist Krieg gegen Frauen“; Assata Shakur, die sagte: „Theorie ohne Praxis ist genauso unvollständig, wie Praxis ohne Theorie“ oder Nagîhan Akarsel: „Wenn die Macht das Leben zu ihrem Ziel macht, wird das Leben selbst zum Widerstand gegen die Macht“, sowie wie viele weitere VorreiterInnen, welche den Weg für ein anderes Verständnis von Bildung bereitet haben.

„Befreiung ist eine Praxis: Aktion und Reflexion über die Welt, um sie zu transformieren.“
— Paulo Freire
„Frieden im Patriarchat ist Krieg gegen Frauen.“
— Maria Mies
„Theorie ohne Praxis ist genauso unvollständig wie Praxis ohne Theorie.“
— Assata Shakur
„Wenn die Macht das Leben zu ihrem Ziel macht, wird das Leben selbst zum Widerstand gegen die Macht.“
— Nagîhan Akarsel

Warum für junge Frauen?

Sexismus, Femizide, Flucht, Militarisierung, die Klimakatastrophe – die Welt ist geprägt von der patriarchalen und lebensfeindlichen Logik von Krieg und Gewalt. Im 21. Jahrhunderts besitzt das Patriarchat viele Gesichter, welche nicht immer gleich zu erkennen sind. Nicht nur auf der Welt, sondern auch in den jungen Frauen selbst wüten Krise und Chaos. Von Kindheit an werden Mädchen in stereotypische Geschlechterrollen gepresst. In ihrer Jugend lernen Frauen nicht, sich vor Beziehungs- und sexualisierter Gewalt, vor psychischen und mentalen Angriffen, wie beispielsweise auf digitalen Medien zu schützen. Sowohl bewusst als auch unbewusst wird Mädchen und jungen Frauen bis heute beigebracht, das schwächere Geschlecht zu sein, welches in allen Lebensbereichen doppelt so viel leistet, trotzdem aber nie genug sein wird. Isoliert und hoffnungslos steht letztendlich eine ganze Generation der Zukunft gegenüber.

Doch die Geschichte ist voll von Widerstand mutiger Frauen, die niemals vor der Unterdrückung und Gewalt zurückgewichen sind und für ein freies Leben gekämpft haben.

Ihre Erfahrungen, ihren Willen und ihren Mut, die Gegebenheiten nicht zu akzeptieren, möchte die Akademie aufgreifen und weiterführen. Damit bietet sie jungen Frauen einen Ort, an dem Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten für eine gerechte Zukunft entwickelt werden können.

Was bedeutet Ostara?

Die Akademie ist nach der Göttin „Ostara“ aus der keltischen Mythologie benannt. Sie steht für den Frühlingsanfang zum 21. März, der Tag- und Nachtgleiche, dem ersten Frühlingsvollmond, welcher in vielen Kulturen das Neujahr markiert. Mit der aufkeimenden Natur des Frühlings geht junges Leben, die Erschaffung von Neuem, und Wachstum einher. Ihr wird auch die Morgenröte zugeschrieben, das erste Licht, welches der Welt die Wärme und das Leben schenkt, so wie es auch die Rolle aktiver junger Frauen in der Gesellschaft sein kann, eine Kraft der Veränderung und Hoffnung zu werden.

Fünf Grundpfeiler der Akademie

1

Bildung

Viele junge Frauen nehmen die Ungerechtigkeit und die Gewalt intuitiv wahr, die sie und andere Frauen erleben, aber die strukturellen Gründe dahinter bleiben meist verborgen. Bildung fördert, sich seiner selbst, der Geschichte und der Lebensumstände bewusst zu werden und darin ein kritisches, ein aktives und handlungsfähiges Bewusstsein zu entwickeln.

Mit der Erkenntnis, woher die Ungerechtigkeit rührt, ist eine Transformation der Verhältnisse möglich, die geprägt sind durch Schönheitsideale, Konkurrenz, fehlendes Selbstwertgefühl, Vereinsamung und Isolation. Das Patriarchat ist die älteste Unterdrückungsform der Menschheitsgeschichte, deswegen müssen Frauen selbst und selbstbestimmt ihre Bewusstseinsbildung organisieren.

Das Bewusstsein junger Frauen wird auf die großen Fragen unserer Zeit nicht nur gesamtgesellschaftliche Lösungsperspektiven jenseits von Macht und Gewalt entwickeln, sondern auch den Weg für eine demokratische, freie Zukunft bereiten.

2

Suchen & Forschen

Wissen bedarf einer nie endenden Suche nach Wahrheit. In einer sich ständig verändernden Welt ist die Veränderung selbst die stärkste Konstante. Wichtiger als etwas als absolut wahr oder absolut falsch zu betrachten, ist das Einordnen des erworbenen Wissens in einen größeren Zusammenhang, welcher ihm Bedeutung verleiht.

Weder die biologische Welt noch die Gesellschaft, noch unser aller Leben ist statisch, daher kann es auch nicht absolut sein. Besonders als Jugend sollten wir also nie den Status quo annehmen oder ihn normalisieren. Stattdessen sehen wir eine große Bedeutung in der Neugier und der Leidenschaft, immer wieder weiter zu forschen.

Die Akademie ist ein Ort, um Texte, Artikel oder Bücher zu verfassen, im Tonstudio aufzunehmen oder zu drehen – alles, was die Suche vertieft. Mit Methoden der Jineolojî und der historischen Soziologie – oder allem anderen, was die Suche vertiefen kann – wollen wir die Lage der jungen Frau und der Gesellschaft insgesamt verstehen.

3

Praxis

Kunst, Kultur, Sport, Gesundheit und das Erlernen von Handwerk oder Selbstversorgung sind ebenso Bestandteil der Bildung. Der Ort der Akademie wird von allen gemeinsam weiter aus- und aufgebaut.

Neben Haus, Hof und Scheune gehört zur Akademie ein Garten, welcher Bildung und ökologische Praxis ermöglicht. Bedeutung bekommen Theorien, Ideen und Gedanken durch die Praxis.

4

Kommunales Leben

Die Suche nach einem freien Leben beginnt im Kleinen, in unser aller Interaktion mit der Welt, unseren Bindungen zueinander und zu uns selbst. Weder die biologische Natur noch die menschliche Gesellschaft bestehen aus Konkurrenz und dem Gesetz des Stärkeren.

Die Menschheit lebt von Kommunalität und Einheit in Vielfalt. Wir wollen verstehen, was wir leben, und leben, was wir verstehen.

5

Vernetzung

Projekte vervielfältigen ihre Wirkung, wenn sie mit anderen in Austausch treten, sich verbünden und Netzwerke schaffen. Dazu steht die Akademie im Austausch mit SoziologInnen, MatriarchatsforscherInnen, HistorikerInnen, KünstlerInnen, AutorInnen, AkademikerInnen sowie allen interessierten jungen Frauen in der Region, bundesweit und darüber hinaus.

Auch intergenerationale und gesamtgesellschaftliche Projekte sind Teil der Arbeiten.

Was tun wir?

Seminare, Bildungswochen und -wochenenden, Camps, Workshops, Lesungen, Sport, Film-, Kultur- und Diskussionsabende und praktische Selbstorganisierung in der Region gehören zur täglichen Praxis. Wie Virginia Woolf bereits sagte, braucht die Frau „Ein Zimmer für sich allein“.

Alle können auf ihre eigene Art und Weise mitmachen und teilnehmen. Die Akademie lebt von demokratischer Partizipation: Vorschläge, Gedanken, Fragen, Visionen und Ideen sind jederzeit willkommen. Das Einzige, was sich im Leben nicht verändert, ist die konstante Veränderung und Transformation – und diese wollen wir selbst bestimmen!

  • Seminare
  • Bildungswochen
  • Bildungswochenenden
  • Camps
  • Workshops
  • Lesungen
  • Sport
  • Filmabende
  • Kulturabende
  • Diskussionsabende
  • Selbstorganisierung in der Region

Alle können auf ihre eigene Art und Weise mitmachen und teilnehmen. Die Akademie lebt von demokratischer Partizipation: Vorschläge, Gedanken, Fragen, Visionen und Ideen sind jederzeit willkommen!

Das Einzige, was sich im Leben nicht verändert, ist die konstante Veränderung und Transformation – und diese wollen wir selbst bestimmen!

Wir lernen aus der Vergangenheit, um das Heute zu verstehen und das Morgen zu gestalten. Ein freies, kommunales Leben ist nicht nur möglich, sondern eine Notwendigkeit!

Ostara – Akademie junger FrauenAugust 2026