
Exkursion am 24. Oktober 2026
In der Zeit zwischen dem Augsburger Religionsfrieden 1555 und dem Ende des 30-Jährigen Krieges 1648 wurde die überwiegende Zahl der 40.000 – 60.000 als „Hexen“ oder „Zauberer“ bezeichneter und getöteter Menschen verhört, durch Folter zu falschen Geständnissen gezwungen und hingerichtet. Dank verschiedener regionaler Geschichtsaufarbeitung sind heute viele Geschichten von als Hexen oder Zauberer getöteter Menschen bekannt.
In der Nassauischen Residenzstadt Idstein wurden in den Jahren 1676 und 1677 insgesamt 35 Frauen und acht Männer aus der Grafschaft Nassau-Idstein wegen Zauberei zum Tod verurteilt. Die Angeklagten wurden in Idstein auf Grundlage der Peinlichen Halsgerichtsordnung gefoltert, verurteilt und auf dem Galgenberg vor der Stadt hingerichtet. Ein großer Teil der Prozessakten ist im Hessischen Hauptstaatsarchiv erhalten.

Inspiriert von der Frauenbewegung thematisierte 1986 das Buch „Den Hexen auf der Spur — Über Hexenprozesse am Beispiel Idstein 1676“ (Flothmann/Müller/Schollmeyer/Stoltefaut) das geschehene Unrecht und beschäftigte sich erstmals mit Biografien einzelner Opfer. Zehn Jahre später wurde unterhalb des Hexenturms auf Initiative von Frau Ute Samson eine Gedenktafel mit den Namen der Verfolgten angebracht.
Gemeinsam wollen wir uns mit ihrem Schicksal beschäftigen und uns auf die Spuren der Frauengeschichte in Europa begeben. Wir wollen verstehen, wie die systematische Ermordung von Frauen geschehen konnte und was das heute noch mit uns zu tun hat.